Mathematik ist ein Pflichtprüfungsfach im Abitur. Alle Leistungskursschüler müssen sich schriftlich prüfen lassen, alle Grundkursschüler können sich (meist) aussuchen, ob sie schriftlich oder mündlich die Abiturprüfung ablegen wollen. Im Folgenden wird erklärt, wie eine schriftliche Abiturprüfung abläuft.

Schriftliche Prüfung in Mathematik

Die schriftliche Abiturüprüfung besteht im Grund- und Leistungskurs aus zwei Prüfungsteilen.

  • Prüfungsteil 1: Der Prüfungsteil 1 ist ein hilfsmittelfreier Prüfungsteil, bezieht sich auf mindestens zwei Prüfungshalbjahre und besteht aus einem Pflichtvorschlag (A), der sich in vier voneinander unabhängige Teilaufgaben gleichen Umfangs gliedert.
  • Prüfungsteil 2: Im Prüfungsteil 2 sind zwei voneinander unabhängige Aufgabenvorschläge (Aufgabengruppen B und C) zu bearbeiten: einer aus dem Sachgebiet Analysis und einer entweder aus dem Sachgebiet Lineare Algebra/Analytische Geometrie oder aus dem Sachgebiet Stochastik.

Die Bearbeitungszeit beträgt im Grundkurs 255 Minuten und im Leistungskurs 300 Minuten.

Prüfungsteil 1 besteht aus einem Pflichtvorschlag ohne Hilfsmittel (Formelsammlung bzw. Taschenrechner). Nach Ablauf der Bearbeitungszeit von Prüfungsteil 1 (45 Minuten) und dem anschließenden Zählen der Wörter wird Vorschlag A abgegeben.

Anschließend werden die Aufgabenvorschläge für Prüfungsteil 2 sowie die zugelassenen Hilfsmittel bereitgestellt und die Bearbeitungszeit von Prüfungsteil 2 beginnt. Der Prüfungsteil 2 besteht aus zwei Aufgabengruppen B und C. In der Aufgabengruppe B werden zwei Vorschläge zum Sachgebiet Analysis (B1 und B2) und in der Aufgabengruppe C ein Vorschlag zum Sachgebiet Lineare Algebra/Analytische Geometrie (C1) und ein Vorschlag zum Sachgebiet Stochastik (C2) vorgelegt.

Der Prüfling wählt aus den Aufgabengruppen B und C jeweils einen Vorschlag aus. Die nicht ausgewählten Vorschläge werden 60 Minuten nach Beginn der Bearbeitungszeit von Prüfungsteil 2 von der Aufsicht führenden Lehrkraft eingesammelt.

Die Aufgabenformate in Mathematik haben ihre Entwicklung immer weiter fortgesetzt, die weg von sturem „Abfragen und Anwenden von Kochrezepten“ hin zu einem verständigen Umgang mit Mathematik führt. Die Aufgaben, die mit einer Fülle neuer Operatoren formuliert sind, erfordern von den Prüflingen über das Beherrschen der grundlegenden Rechentechniken und –verfahren hinaus eine Fülle weiterer wichtiger Kompetenzen – wobei heute auch sprachliche Kompetenz eine ganz zentrale Rolle spielt. (Es ist heute keine Seltenheit mehr, dass in einer schriftlichen Leistungskurs-Prüfungsarbeit in Mathematik deutlich mehr als 1000 Wörter geschrieben werden!)