24.03.2026 | Frank Stühler
„Eine Kultur des respektvollen Miteinanders schaffen“
Woche gegen Rassismus startet mit Poetry Slam an der Goetheschule
„Wir stehen für eine Gesellschaft, in der Vielfalt als Bereicherung gesehen wird.“ Mit diesen Worten eröffnete Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner am Mittwoch, 18. März, die „Internationale Woche gegen Rassismus“. Zum Auftakt der Aktionswoche hatten die Veranstalter, darunter die Volkshochschule Wetzlar, die Fachstelle für Demokratieförderung „DEXT“ sowie das Vielfaltszentrum WIR der Stadt Wetzlar, zu einem Poetry Slam in die Mediothek der Goetheschule Wetzlar eingeladen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Worte als Kunst – Würde als Thema“
Insgesamt vier junge Poetry Slammer, Johanna Utsch und Katharina Börner von der Goetheschule sowie Katharina Herfurth und Moritz Gabrian aus Marburg, stellten dem Publikum ihre selbstverfassten Werke vor. Unter den Titeln „‘Weißes‘ schwarzes Mädchen“, „Ich bin auch nur ein Mensch“, „Nur eine Frau“ und „100% Menschenwürde“ setzten sie sich wortgewandt mit Themen wie Alltagsrassismus, Geschlechterdiskriminierung und Menschenwürde auseinander. Für musikalische Untermalung sorgte Eleanor Parker am Klavier. Alle vier präsentierten dem Publikum sprachlich hochwertige Texte, was umso bemerkenswerter vor dem Hintergrund ist, dass sich die jungen Lyrikschaffenden erst seit Kurzem mit dem Thema Poetry Slam befassen.
Hilfestellung hatten sie dabei von Poetry Slammer Stefan Dörsing erhalten. Der war eigens zur Vorbereitung zu einem Workshop an die Goetheschule gekommen und hatte interessierte Schülerinnen und Schüler der Deutsch-Leistungskurse in die Kniffe des Poetry Slams und der modernen Lyrik eingeführt. In der Mediothek der Goetheschule war es auch Dörsing, der den Gästen die Regeln des Poetry Slams erklärte und zu Beginn die Vortragenden unter großem Applaus vorstellte. Dörsing selbst steuerte ebenfalls drei Werke zur Veranstaltung bei – darunter den Vortrag „Zu recht gegen Rechts“ sowie ein Gedicht über Wetzlar.
Die „Woche gegen Rassismus“ ging aus dem „Tag gegen Rassismus“ hervor, der seit 1966 begangen wird. Die Stadt Wetzlar sei zum zweiten Mal dabei, erklärte Manfred Wagner den Gästen. Es sei wichtig, solche Momente zu teilen, sagte der Oberbürgermeister und erinnerte daran, dass der Kampf gegen Rassismus eine fortwährende Aufgabe sei, die uns alle betreffe. Die Aktionswoche biete Gelegenheit, das Bewusstsein für Rassismus zu schärfen, Solidarität zu zeigen und das eigene Verhalten zu reflektieren. „Lassen Sie uns eine Kultur des respektvollen Miteinanders schaffen“, sagte Wagner.
Das Programm der „Woche gegen Rassismus“ stellten Dr. Sarah Präßler (VHS), Katja Görgen (DEXT) und Leonie Herrmann (WIR) vor. Noch bis zum 29. März werden Filmvorführungen, Workshops oder Lesungen angeboten. Die drei Organisatoren lobten auch die gute Zusammenarbeit mit der Goetheschule bei der Vorbereitung der Auftaktveranstaltung. Schulleiterin Annette Kerkemeyer hatte zur Eröffnung des Poetry Slams allen Beteiligten für die Vorbereitung, Umsetzung und Teilnahme gedankt.



