21.04.2026 | Frank Stühler

„Physik in Hollywood“ an der Goetheschule Wetzlar

Dass Hollywood-Filme es mit der Anwendung physikalischer Gesetze nicht immer so ganz genau nehmen, dürfte wohl hinlänglich bekannt sein. Wie weit die Filmindustrie dabei aber wirklich geht, das zeigte Dr. Sascha Vogel jetzt in seinem Vortrag „Physik in Hollywood“ an der Wetzlarer Goetheschule. Organisiert und finanziert hatte den Vortrag das Mathematikzentrum Wetzlar mit dessen Vorsitzenden Friedel Fiedler.

Es war vor allem der hohe Unterhaltungswert, der den Vortrag auszeichnete. So wählte Vogel nicht trockene Formeln und mathematische Berechnungen als Ausgangspunkt, sondern näherte sich immer am konkreten Beispiel der Physik. Dabei griff er auf bekannte Hollywood-Blockbuster zurück, die ihm auch anhand von Filmausschnitten als Anschauungsmaterial dienten. Von James Bond bis Spiderman, von Fluch der Karibik bis Iron Man nahm der Kernphysiker die großen Kassenerfolge aufs Korn und sezierte leidenschaftlich die physikalischen Schwächen, die diese aufweisen.

So erfuhr das Publikum also, dass der Affe, der in „Fluch der Karibik“ aus einer Kanone geschossen wird, nicht auf dem gegnerischen Schiff, sondern im Meer gelandet wäre, oder das Spidermans Spinnenfäden die physikalische Belastung seiner akrobatischen Aktionen möglicherweise mitmachen würden, Spidermans Arme und Schultern aber wohl eher nicht.

Dabei bewies Vogel, der bereits als Koordinator der Helmholtz-Graduiertenschule und Managing Director der Frankfurt International Graduate School for Science arbeitete, große Entertainer-Qualitäten. Dennoch basierten seine humorvollen Analysen immer auf umfassendem physikalischem Wissen und Vogel nutzte immer wieder die absurdesten Szenen, um naturwissenschaftliche Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten auch dem Laien verständlich zu machen.

Das war es auch, was Patrick Röder – Fachbereichsleiter für Naturwissenschaften an der Goetheschule – an dem Vortrag hervorhob. Die Rückmeldungen der Schüler und Lehrer seien durchweg positiv gewesen, „es wurde viel gelacht und trotzdem Physik gemacht“, sagte Röder. Ziel der Veranstaltung an Wetzlars Oberstufengymnasium sei es gewesen, zu zeigen, dass Physik auch Spaß machen kann und sich „mit Freude und einem Augenzwinkern“ vermitteln lässt. Röder dankte auch Friedel Fiedler vom Mathematikzentrum Wetzlar für die langjährige Zusammenarbeit.