Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Russisch: Das sind die fünf modernen Fremdsprachen, die an der Goetheschule unterrichtet werden. Dabei geht es jedoch nicht nur um den Erwerb sprachlicher Kompetenzen durch Hören, Sprechen und Schreiben, sondern auch darum, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und andere Kulturen, Traditionen und Haltungen kennenzulernen.

Dazu leisten auch unsere zahlreichen Austauschprogramme einen wichtigen Beitrag: In Frankreich, Spanien, Italien, Dänemark und den USA können unsere Schülerinnen und Schüler am Alltag ihrer gleichaltrigen Partner teilnehmen und dadurch das Leben in den Familien und in der Gastschule kennenlernen.

Nicht immer müssen die Lernenden jedoch dafür gleich ihre Koffer packen und auf Reisen gehen: Auch in der Schule bieten wir eine Vielzahl an Lesungen, Vorträgen und Projekten an, die spannende Einblicke in andere Kulturen bieten und schon so manche(n) dazu angeregt haben, sich nach der Schulzeit für ein Jahr im Ausland in sozialen Projekten zu engagieren oder im Rahmen von „Work and Travel“ die Welt zu erkunden.

Aber nicht nur in den modernen Sprachen, sondern auch im Lateinunterricht, der die Brücke zu Geschichte und Philosophie schlägt, geht es darum, andere Lebens- und Denkmodelle in den Blick zu nehmen. Fragen nach der Rolle des Individuums in der Gesellschaft, die Untersuchung rhetorischer Strategien und die Beschäftigung mit der politischen Verantwortung des Redners machen überdies deutlich, dass auch diese „alte“ Sprache einen wichtigen Beitrag dazu leistet, über die eigene Lebensgestaltung und die gesellschaftliche Verantwortung im Hier und Jetzt nachzudenken.

Durch die Beschäftigung mit der Literatur vom 18.Jahrhundert bis in die Gegenwart hinein, die im Zentrum des Deutschunterrichtes der Oberstufe steht, werden die Lernenden angeregt, sich mit geistesgeschichtlichen und politischen Entwicklungen – z.B. im Vormärz, der Nachkriegs- oder Wendezeit – auseinanderzusetzen und auch hier über die eigene Rolle in der Gesellschaft sowie über Menschenbilder und Wirklichkeitskonstruktionen nachzudenken.

Das Reflektieren über Wirkmechanismen von Sprache, z.B. in Kommunikationssituationen, aber auch in politischen Reden und Agitationsschriften, sowie die Betrachtung der Wechselwirkung zwischen Sprache und Denken führt dazu, dass unsere Schülerinnen und Schüler sich z.B. sprachlicher Manipulationsstrategien bewusster werden und Entscheidungen selbstbestimmter zu treffen lernen.

Zusätzliche Angebote, wie z.B. Vorträge zu Goethes Werther oder dem Faust, sowie das durch einen Deutschkurs der E-Phase in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität durchgeführte Schreibprojekt „Digitale Drehtür“, machen Literatur für Schülerinnen und Schüler erlebbar. Sie zeigen, wie aktuell auch scheinbar veraltete „klassische“ Literatur noch immer ist und wie gewinnbringend die Beschäftigung damit für Schülerinnen und Schüler noch immer sein kann.

Die im Künstlerviertel angesiedelten Fächer Darstellendes Spiel, Musik und Kunst leisten schließlich einen wichtigen Beitrag zur ästhetischen Bildung und zur Persönlichkeitsentwicklung der Lernenden. So können sie z.B. an der Leinwand kreativ werden, sich auf der Bühne musikalisch ausprobieren oder in fremde Rollen schlüpfen und eigene Haltungen reflektieren.

Kreative Freiräume entstehen dabei auch in unseren zahlreichen Arbeitsgemeinschaften, etwa in der Kreativ-AG im Bereich Kunst, in der Theater-AG, der Schulband, dem Schulchor oder der Musical-AG.

So leistet das sprachlich-literarisch-künstlerische Aufgabenfeld einen wichtigen Beitrag zu dem im Leitbild formulierten Bildungsauftrag der Goetheschule, unsere Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zu verantwortungsbewussten und selbstständigen Persönlichkeiten zu begleiten.