21.05.2026 | Frank Stühler

„Goethes Gründerpreis“: Schüler präsentieren Startup-Ideen

Tolle Teams, spannende Pitches und sogar präsentationsreife Prototypen – das hatte Moderator und Mitausrichter Volker Michel dem Publikum der vierten Ausgabe von „Goethes Gründerpreis“ versprochen. Und die Gäste in der Mediothek der Goetheschule Wetzlar wurden nicht enttäuscht. Einmal mehr hatten Schülerinnen und Schüler an Wetzlars Oberstufengymnasium eigenen Geschäftsideen erdacht, entwickelt und bis zur Vorstellungsreife ausgearbeitet. Jetzt hieß es, die unterschiedlichen Ideen einer kompetente Fachjury und einem interessierten Publikum zu präsentieren um schließlich einen Sieger zu küren.

„Goethes Gründerpreis“ bildet jährlich den Abschluss der „Startup Academy“ an der Goetheschule.  Die „Startup Academy“ will Schülerinnen und Schülern der Goetheschule helfen, Startup-Ideen zu entwerfen und diese gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft weiterzuentwickeln. Dabei leistet sie auch einen Beitrag zur beruflichen Orientierung und bietet darüber hinaus eine Plattform für eine enge Verbindung zu regionalen Partnern. Und nicht zuletzt vermittelt sie den Teilnehmenden, welchen Spaß es machen kann, eigene Ideen in die Tat umzusetzen.

Ein Dreier-Team und zwei Solo-Gründer waren diesmal den langen Weg vom Beginn der Academy im vergangenen Herbst bis hin zum öffentlichen Pitch gegangen. Unterstützt wurden sie während des Prozesses von Volker Michel und Frank Schleiter, die die „Startup Academy“ an der Goetheschule leiten. Außerdem trat in diesem Jahr ein Team des Gymnasiums Johanneum aus Herborn mit an.

Die Regeln von „Goethes Gründerpreis“ sind einfach: Jeder Kandidat hat drei Minuten Zeit, um seine Idee sowie deren Umsetzung, Zielgruppe und Marktpotential vorzustellen. Im Anschluss haben Jury und Publikum weitere neun Minuten, um die Kandidaten auf „Herz und Nieren zu prüfen“, wie es Volker Michel formulierte.

Den Auftakt machten in diesem Jahr Lauri Hartmann, Basil Droste und Max Gilbert. Unter dem Namen „Youth Works“ stellten sie eine Plattform vor, die Schülerinnen und Studenten bei der Suche nach Mini-Jobs unterstützen soll. Unter dem Titel „Chronos“ präsentierte Moritz Happe eine „All-in-one-App“, zur Organisation von Schule, Beruf und Alltag. „Swemti“ nannte Negin Tayefeh ihre Idee eines KI-gestützten Schwimmtrainers, der mittels App, Schwimmbrille und Armbändern Fehler analysieren und ambitionierten Schwimmerinnen beim Verbessern ihrer Leistung helfen soll. Bastian Kölsch, Johannes Meis und Leonard Cramatte vom Johanneum zeigten zum Abschluss „Edugate“, ein Keycardsystem, das Vandalismus etwa auf Schultoiletten verhindern könnte.

Die Jury bestand in diesem Jahr aus Gründerin Emily Schmidt, Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner, dem leitenden Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums Duales Hochschulstudium, Prof. Dr. Jens Minnert, dem Geschäftsführer Leica Deutschland, Falk Friedrich sowie Goetheschulleiterin Annette Kerkemeyer. Ausgiebig fragten sie bei den Präsentierenden nach, etwa zu Finanzierung, Vertrieb oder Zielgruppe der vorgestellten Ideen, und auch das Publikum nutzte die Gelegenheit zur ein oder anderen Nachfrage.

Schließlich zog sich die Jury zur Beratung zurück, um aus den fünf Jury- sowie einer Publikums-Stimme den diesjährigen Sieger zu ermitteln. Diesmal waren es Lauri Hartmann, Basil Droste und Max Gilbert, die mit ihrer Idee einer regionalen Job-Plattform für Schüler und Studenten am meisten überzeugen konnten. Die Moderatoren betonten jedoch, dass die Entscheidung extrem knapp ausgefallen sei. Alle Teams hatten nach der Veranstaltung und Preisverleihung noch die Gelegenheit zu intensiven Gesprächen mit den Jury-Mitgliedern, wobei auch erörtert wurde, wie die Ideen der Schülerinnen und Schüler weiter umgesetzt werden können. Als Wertschätzung für ihr erfolgreiches Engagement bei der Startup Academy erhielten alle Teams außerdem eine Einladung zur kostenlosen Teilnahme am Startup-Weekend des Regionalmanagements Mittelhessen.