27.03.2026 | Stefan Lesser
Stratosphärenmission erfolgreich: Physik-AG startet Wetterballon – Duke Award Teilnehmende mittendrin
Ein außergewöhnliches Projekt der Physik-AG der Goetheschule Wetzlar sorgte in den vergangenen Tagen für Begeisterung: Der erfolgreiche Start eines Stratosphären-Wetterballons wurde nicht nur zu einem naturwissenschaftlichen Highlight, sondern auch zu einem eindrucksvollen Beispiel für gelebtes Lernen durch Erfahrung.
Im Jahr 2025 wurde dieses Projekt erstmals in Kooperation zwischen der Goetheschule Wetzlar und der Justus-Liebig-Universität Gießen im Rahmen des Projekts „MyonPi“ durchgeführt. Diese Zusammenarbeit wurde 2026 erfolgreich fortgeführt – mit dem Wetterballon „Wolle 2“, der am Freitag, den 20.03.2026, an der Schule startete.
Bereits ab 08:00 Uhr begannen die Mitglieder der Physik-AG mit dem Aufbau der technischen Komponenten und der sorgfältigen Vorbereitung des Starts. Nach einer wetterbedingten Verzögerung durch starke Bewölkung konnte der Ballon schließlich um 11:30 Uhr erfolgreich aufsteigen. Gemeinsam mit den beiden Duke Award Teilnehmenden Niklas Lange und Moritz Happe wurde das Projekt aktiv umgesetzt – ein eindrucksvolles Beispiel für die Verbindung von naturwissenschaftlicher Forschung und persönlichem Engagement.
Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem 2. Physikalischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Physik-AG der Goetheschule (unter der Leitung von Dr. Tobias Klug und Markus Siegel) sowie der Duke Award AG (koordiniert von Stefan Lesser) realisiert. Ziel der Mission war es, bekannte Daten zur Atmosphäre zu reproduzieren und wissenschaftlich auszuwerten. Hierfür war „Wolle 2“ mit einer Vielzahl an Sensoren ausgestattet, die unter anderem Myonen, Ozon, das Erdmagnetfeld, Luftdruck, Temperatur, UV-Strahlung sowie GPS-Daten und Höhe erfassten.
Bereits nach etwa zwei Stunden erreichte der Ballon eine Höhe von rund 33 Kilometern und drang damit weit in die Stratosphäre vor. Während seines Flugs legte er – getragen von Windströmungen – eine beeindruckende Strecke zurück.
Besonders bemerkenswert: Die beiden „Dukees“ übernahmen nicht nur Verantwortung während des Starts, sondern führten auch die Bergung der Nutzlast mit durch. Nach dem Starten machen sich alle auf den Weg – immer dem Ballon hinterher. Die Sonde landete in rund 145 Kilometern Entfernung und wurde erfolgreich in der Natur geborgen. Erst am Abend, gegen 19:00 Uhr, kehrten sie mit der geborgenen Technik wieder nach Wetzlar zurück – ein langer, ereignisreicher und erfolgreicher Tag.
Solche Projekte zeigen exemplarisch, was modernes Lernen leisten kann: Theorie wird zur Praxis, Unterricht wird zur Erfahrung. Gerade im Rahmen des Duke Awards, der Persönlichkeitsbildung, Eigeninitiative und gesellschaftliches Engagement in den Mittelpunkt stellt, gewinnen solche Erlebnisse eine besondere Bedeutung. Die Teilnehmenden erleben sich als selbstwirksam, übernehmen Verantwortung und wachsen über sich hinaus.
Unterstützt wurde das Projekt auch durch Manfred Wagner, Oberbürgermeister der Stadt Wetzlar und Schirmherr des Duke Awards an der Goetheschule. Mit einer Spende trug er dazu bei, dass dieses anspruchsvolle Vorhaben realisiert werden konnte. Dieses Engagement unterstreicht die Bedeutung von Bildungsprojekten, die junge Menschen über den klassischen Unterricht hinaus fördern.
Die Stratosphärenmission der Physik-AG ist damit weit mehr als ein naturwissenschaftliches Experiment – sie ist ein Beispiel dafür, wie Schule, Wissenschaft und Engagement erfolgreich zusammenspielen können. Ein Projekt, das nicht nur in die Höhe ging, sondern auch Maßstäbe für zukünftige Bildungsinitiativen setzt.




