10.08.2026 | Frank Stühler
Urban Gardening: Goetheschule sorgt für Hochbeete im Europapark
Neue Lebensräume für Insekten schaffen und gleichzeitig Menschen mit der Natur und miteinander in Kontakt bringen – das ist der Gedanke hinter drei neuen Hochbeeten, die sich seit kurzem im Wetzlarer Europapark nahe der Goetheschule befinden. Die Idee dazu stammt von Leoni Heil-Schön, Schülerin der Q4 an Wetzlars Oberstufengymnasium. Anlässlich der offiziellen Einweihung der Hochbeete erklärte sie das Projekt und dankte allen Unterstützern.
Am Anfang stand ein Forschungsprojekt im Rahmen des Wettbewerbs „Gießener Jugendliche forschen“. Hierbei widmete sich Leoni Heil-Schön der Frage, welche Wildblumensaaten sich besonders gut eignen, um Biodiversität auf dem Gelände der Goetheschule zu fördern. Sie stellte fest, dass es entscheidend ist, inwiefern Pflanzen zum jeweiligen Standort passen und vor allem heimischen Insekten Nahrung und Lebensraum bieten.
Im Verlauf der Projektarbeit entstand jedoch noch ein weiterer Gedanke: wie wäre es, wenn man nicht nur Lebensraum für Insekten schaffen, sondern gleichzeitig auch noch Menschen in Kontakt mit der Natur bringen könnte? Der Gedanke verband sich mit Erfahrungen aus dem Geographie-Unterricht, in dem das Thema „Urban Gardening“ – gemeinsames Gärtnern in der Stadt – behandelt wurde. Was im Unterricht zunächst auf theoretischer Ebene besprochen wurde, setzte man kurzerhand mit Unterstützung der Umwelt AG der Goetheschule sowie des Jugendforums der Stadt Wetzlar in die Tat um.
Das Ergebnis befindet sich nun im Europapark: Zwei der drei Hochbeete sind mit heimischen Wildpflanzen bepflanzt, um Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekte geschützten Lebensraum und Nahrungsquelle zu bieten. Im dritten Hochbeet wachsen Kräuter, die allen Wetzlarer Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen. „Jeder ist eingeladen mitzugärtnern, zu ernten und die Pflanzen kennenzulernen“, sagt Leonie Heil-Schön und erklärt weiter: „Diese Hochbeete sollen zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht kompliziert sein muss. Sie sollen Menschen ins Gespräch bringen, Schule und Stadtgesellschaft miteinander verbinden und dazu einladen, selbst aktiv zu werden.“
Da sich ein solches Projekt aber nie alleine umsetzen lasse, dankte Leoni Heil-Schön all denjenigen, die zur Verwirklichung beigetragen haben: Stadtbetriebshofleiter Daniel Weber, ohne den die Umsetzung nicht möglich gewesen wäre, dem NABU-Stadtverband Wetzlar, Umweltdezernentin Andrea Biermann, der Bio-AG der Goetheschule, die die Betreuung der Beete in Zukunft übernehmen wird und vielen weiteren Helferinnen und Helfern.
Mit dem Tag der Einweihung beginne das Projekt eigentlich erst, sagte Leoni Heil-Schön. Sie wünsche sich, dass die Beete zu einem Ort werden, an dem Wildblumen blühen, Insekten Nahrung finden, Kräuter wachsen und Menschen miteinander ins Gespräch kommen.
