20.04.2026 | Tim Kahler
Was treibt eigentlich die Bio-AG?
Eine gute Frage! Vielleicht habt ihr in den letzten Wochen aber unbewusst schon einen kleinen Einblick in zwei Projekte der Bio-AG in diesem Schuljahr erhalten. So bot das Schaufenster des Vivariums einen Einblick in das Projekt „Mendel Genetik am Beispiel unserer Zebrabuntbarsche“. Dem interessierten Beobachter ist vielleicht nicht entgangen, dass wir eine Vielzahl an Zebrabuntbarschen in unserem
Vivarium für unterrichtliche Zwecke (Verhaltensbeobachtungen) halten.
Dabei treten zwei unterschiedliche äußere Erscheinungsbilder auf: ein Teil der Fische zeigt das namensgebende Zebrastreifen-Muster, ein anderer Teil hingegen bildet dieses Merkmal nicht aus. Nicht ganz wissenschaftlich korrekt nennen wir diese zweite Form unserer Zebrabuntbarsche „Albinos“. Ursächlich für dieses Erscheinungsbild ist das Vorkommen zweier unterschiedlicher Ausprägungsformen des für die
Ausbildung der Zebrastreifen verantwortlichen Gens. Man spricht bei solchen Ausprägungsformen eines Gens von Allelen. Organismen wie unser
Zebrabuntbarsch besitzen dabei jeweils zwei Allel für einen Genort. Ein Allel wird vom Vater, eines von der Mutter vererbt. „Albinos“ entstehen dabei nur, wenn ein Nachkomme sowohl von der Mutter als auch vom Vater das Allel „keine Streifen“ vererbt bekommt. Bereits ein Allel „Streifen“ reicht aus, dass der Nachkomme das Merkmal Streifen ausbildet. Dabei sieht man einem gestreiften Exemplar nicht an, ob es zwei oder ein Allel „Streifen“ vererbt bekommen hat.
Niklas Lange wollte nun über Kreuzungsversuche untersuchen, ob ein zufällig ausgewähltes gestreiftes Weibchen homozygot (zwei Allele
„Streifen“) oder heterozygot (ein Allel „Streifen“, ein Allel „kein Streifen“) für das Merkmal „Streifen“ ist. Hierfür setzt er das Weibchen
mit einem „Albino“-Männchen zusammen in ein Becken und wertete nach der Paarbildung die Nachkommenschaft der beiden aus. Da das „Albino“-Männchen homozygot für das Merkmal „keine Streifen“ sein muss und somit nur das Allel „keine Streifen“ vererben kann, müsste bei einem für das Merkmal „Streifen“ heterozygoten Weibchen aufgrund gleicher Vererbungswahrscheinlichkeit der beiden Allele auch „Albino“ – Nachwuchs
aus dem gemeinsamen Gelege hervorgehen. Und das Ergebnis war: Der gesamte Nachwuchs des Untersuchungspärchens zeigte ein Streifenmuster
und musste somit ein Allel „Streifen“ vererbt bekommen haben. Da im gesamten Nachwuchs kein „Albino“ vorkam, ist davon auszugehen, dass
unser Weibchen homozygot für das Merkmal „Streifen“ ist. Zum Vergleich verpaarte Niklas auch noch zwei „Albino“-Buntbarsche. Hier entstand nur „Albino“-Nachwuchs. Unser Becken im Schaufenster zeigte zum Vergleich Tiere aus beiden Gelegen. Bleibt die Frage, wohin mit dem Nachwuchs? Hier konnte mit dem Institut für Biologiedidaktik ein dankbarer Abnehmer gefunden werden und die Tiere werden in den nächsten Wochen „umziehen“.
Ein zweites Projekt der Bio-AG kommt etwas unscheinbarer daher, hat aber einen deutlich längeren Vorlauf. Bereits im November 2025 pflanzte Nora Amelie Nau mehrere Frühblüherzwiebeln auf dem Schulgelände. Die Zwiebeln hierfür erhielten wir aus einem bestehenden Projekt mit dem Imkerverein Wetzlar. Dabei leisten wir als AG einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz. Die gesetzten Krokusse, Narzissen und Hyazinthen blühen dabei nun seit wenigen Wochen und bieten eine wichtige Nahrungsgrundlage für Hummeln und anderer Frühstarter-Insekten früh im Jahr. Die gesetzten Frühblüher ergänzen dabei das vor einigen Jahren angelegte Spätblüherbeet an der Westseite des Schulgebäudes.
Bei Interesse zur Mitarbeit in der Bio-AG unserer Schule, kontaktiere tim.kahler@goetheschule-ldk.de. Wir freuen uns über Zuwachs!




