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„Unsere Mitmenschen sind nicht nur Nebencharaktere in unserem Leben, sondern Individuen mit eigenen Emotionen und Träumen!“ Mit diesem Satz riefen Schülerinnen der Goetheschule zu Respekt gegenüber anderen auf, damit sich Verbrechen wie sie die deutsche Vergangenheit bereits erlebte nicht wiederholen können. Anlass des Appells war der internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, der jährlich am 27. Januar, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, begangen wird. An der Goetheschule gestalteten in diesem Jahr die Teilnehmenden der vergangenen Exkursion ins Konzentrationslager Buchenwald gemeinsam mit Geschichtslehrer Christian Barth die Gedenkfeier. Hierzu versammelten sich alle Jahrgänge in der Aula des Oberstufengymnasiums. |
Zunächst erhielten die Anwesenden durch ein 15-minütiges Video einen Eindruck der Situation der Gefangenen im Lager Buchenwald. Der Film, den Goetheschülerin Gülsen Sari erstellt hatte, ließ die Zuschauenden durch das Zusammenspiel von Bild, Musik und Interviewpassagen zumindest teilweise die Atmosphäre und Emotionen nachempfinden, mit denen es die Exkursionsteilnehmer an einem solchen Ort der Grausamkeit und Entmenschlichung zu tun hatten.
In kurzen Vorträgen erläuterten dann Louisa Alt, Anastasiia Khomutovska, Fiona Seibel, Nilofar Tajik und Emilie Moehrke einzelne Aspekte des Films näher – darunter die Desinfektionsstation, die Quarantäne- und Sterbezone „Kleines Lager“, oder den SS-Zoo, durch welchen den Häftlingen gezeigt wurde, dass sie für ihre Unterdrücker weit wertloser waren als Tiere. Auch auf die Themen Zwangsprostitution und das Schicksal Homosexueller gingen die Schülerinnen ein. Ein klein wenig „Menschlichkeit in der Unmenschlichkeit“ vermittelten die Informationen über den „Kinderblock“, in dem Häftlinge versuchten, Kinder vor den Nazis zu beschützen. An der Erstellung der Vorträge hatten auch Cora Hammer, Carolin Hölz und Celia Kuca maßbeglich mitgewirkt.
Die Ausschnitte aus den Interviews, die die Teilnehmenden während der Exkursion in Buchenwald aufgenommen hatten, leisteten Denkanstöße zur Reflektion auch des eigenen Verhaltens. So blieb bei manchem sicher der Satz von Christian Barth hängen, der sagte: „Es fängt nicht mit Lagern an.“ Lager seien nur der letzte Schritt eines Prozesses der Entmenschlichung all derer, die aus verschiedensten Gründen als anders empfunden würden, erklärten die Schülerinnen hieran anknüpfend. Wichtig sei es, rechtzeitig einzuschreiten und solcher Ausgrenzung entgegenzutreten, damit sich die Gräuel der Vergangenheit niemals wiederholen können.


